„Mein Zorn hat sich abgewandt …“

2 Kehr um, Israel, zum HERRN, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld. 3 Nehmt Worte der Reue mit euch, kehrt um zum HERRN und sagt zu ihm: Nimm alle Schuld hinweg und nimm an, was gut ist: Anstelle von Stieren bringen wir dir unsere Lippen dar. 4 Assur kann uns nicht retten, wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet ein Waisenkind Erbarmen. 5 Ich will ihre Untreue heilen und sie aus freiem Willen wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt.
(Hosea 14,2-5)

Ein wunderschöner Text des im 8. Jahrhundert vor Christus wirkenden Propheten Hosea. Er ruft das Volk Israel zur Umkehr auf und sagt ihm Gottes Erbarmen und Vergebung zu.

Das Volk ist durch seine Schuld, seinen Götzendienst, seine politischen Bündnisse zu Fall gekommen. Doch wenn sie in Reue zu ihrem Gott umkehren, wird er sich ihrer erbarmen, ihnen ihre Schuld vergeben.

Nicht das Opfern von Stieren wird ihnen helfen und sie mit Gott versöhnen, sondern das Darbringen ihrer Lippen, womit wohl das ehrliche Lob Gottes gemeint ist, wie es auch im Hebräerbrief heißt:

Durch ihn also lasst uns Gott allezeit das Opfer des Lobes darbringen, nämlich die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. (Hebräer 13,15)

Gott braucht kein Blut und kein stellvertretend geschlachtetes Tier, um vergeben zu können. Wenn sie sich vom „Machwerk ihrer Hände“, ihren Götzen, abwenden und zu Gott umkehren, sieht Gott ihre Reue. Er wird ihre Untreue heilen und sie aus freiem Willen lieben, nicht deswegen, weil jemand die gerechte Strafe getragen hätte.

Gottes Zorn hat sich von Israel abgewandt, nicht deswegen, weil jemand anderer seinen Zorn getragen hätte. Gott vergibt, weil er die Liebe ist.

Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des HERRN sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen, die Treulosen aber kommen auf ihnen zu Fall. (Hosea 14,10)

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