Gottes Heiligkeit und Zorn

Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken und Efraim nicht noch einmal vernichten. Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns.
(Hosea 11,9)

Nach einem weit verbreiteten Erlösungsverständnis musste Jesus den Zorn Gottes ertragen, damit er seinen Zorn von uns Sündern abwenden konnte und kann. Jesus als der „Blitzableiter“ des göttlichen Zorns (wie in diesem Kurzvideo) führe dazu, dass wir vom gerechten Zorngericht Gottes verschont werden. Weil Gott heilig ist, müsse er Sünde bestrafen. Bei dem heiligen und gerechten Gott gäbe es keine Vergebung ohne Strafe.

Durch seinen Propheten Hosea hat sich Gott aber anders offenbart. Gerade weil er Gott ist, der Heilige in ihrer Mitte, kann er darauf verzichten, seinen durchaus berechtigten Zorn zu vollstrecken. Er ist kein Mensch. Darum kommt er nicht in der Hitze seines Zorns. Sein Ziel ist unsere Umkehr und Versöhnung mit ihm, nicht die Durchsetzung eines abstrakten Prinzips einer rein juristisch gedachten „Gerechtigkeit“.

Mehr als 700 Jahre nach dem Wirken des Propheten Hosea ist Gott tatsächlich in Jesus Christus Mensch geworden. In Jesus ist Gott uns so nahe gekommen, dass er einer von uns geworden ist, nicht um seinen eigenen Zorn zu tragen und abzuleiten, sondern um uns seine Liebe und Barmherzigkeit ganz direkt zu zeigen. In Jesus begegnet uns derselbe Gott, der durch Hosea gesprochen hat und ruft uns zu sich. Er schenkt uns das Licht des Lebens.

Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.
(Johannes 8,12)

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