Was ist das oberste Gebot?

Die Antwort auf die Frage nach dem obersten Gebot kann man derzeit auf einem Baugerüst am Wiener Stephansdom lesen.

„Das oberste Gebot ist Qualität“ heißt es da auf einer Werbung für den Online-Shop eines Supermarkts. Das ist ja grundsätzlich auch begrüßenswert, wenn sich ein Supermarkt um Qualität bemüht.

Andererseits zeigt dieses Riesenplakat aber auch, wie sehr die „Kirche“ schon kommerzialisiert wurde, wenn sie das, was ihre Kernkompetenz sein sollte – dazu gehört die Frage nach dem obersten Gebot – , einem Supermarkt überlässt.

Nach biblischen Kriterien und nach der Praxis der frühen Christen sollte es überhaupt keine speziellen Gebäude, die der Anbetung Gottes dienen, geben. Die ersten Christen haben sich in ihren Häusern getroffen, haben ihr Leben miteinander geteilt. Das war ihr Gottesdienst, so wie es in Römer 12,1-2 heißt:

1 Ich ermahne euch also, Brüder, kraft der Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen – als euren geistigen Gottesdienst. 2 Und gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene!

Der gottgefällige Gottesdienst ist die Hingabe an Gott im täglichen Leben, die Verwandlung durch die Erneuerung des Denkens. Wer nach dem Maßstab Gottes lebt, passt sich nicht an die Welt an.

Genau dieses Anpassen an die Welt wird am Stephansdom groß an einem Baugerüst plakatiert. Das ist dasselbe Gebäude, in dem auch eine Corona-Impfstraße eingerichtet wurde, wo abtreibungsverseuchte Impfstoffe gespritzt werden. Auch die Homosexualität wurde in diesem Gebäude schon gefeiert. Im Vergleich zu den anderen Aktivitäten ist die Supermarkt-Werbung geradezu harmlos.

Jünger Jesu brauchen und haben keine besonderen Bauwerke für ihren Gottesdienst. Doch wenn die sich „Kirche“ nennende Institution schon über solche Gebäude verfügt, zeigt das die Verweltlichung dieser Organisation umso mehr, wenn diese Gebäude offen für den Kommerz und noch schlimmer für offenes Sündigen verwendet werden.

Die Frage nach dem obersten oder wichtigsten Gebot beantwortet Jesus in Matthäus 22,35-40:

35 Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen und fragte ihn: 36 Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? 37 Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. 38 Das ist das wichtigste und erste Gebot. 39 Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

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