Gedanken zum Hadsch

Wieder ist die Zeit der islamischen Pilgerreise nach Mekka da. Wieder werden über zwei Millionen Muslime die mekkanische Infrastruktur an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringen, und man kann nur hoffen, dass es nicht wieder einen Unglücksfall mit zahlreichen Toten gibt. Wieder werden uralte aus dem Heidentum kommende Riten durchgeführt, die im Koran bestenfalls angedeutet werden und den Propheten der Bibel völlig fremd waren. Man umkreist die Kaaba und hofft auf das Glück, den Schwarzen Stein küssen zu können. In der Ebene Arafat erwartet man die Vergebung der Sünden. Was können wir aus biblischer Sicht dazu sagen?

Wallfahrten und Heilige Stätten

In den Schriften des Alten Testaments lesen wir von verschiedenen Orten, an denen die Patriarchen oder das Volk Israel geopfert haben: Sichem (Genesis 12,6-7; 33,18-20; Josua 24,1-28), Bethel (Genesis 12,8; 28,11-22; 35,1-15), Hebron (Genesis 13,18), Beerscheba (Genesis 21,33; 26,24-25), Bochim (Richter 2,5), Ofra (Richter 6,24), Schilo (1 Samuel 1,3), Bethel, Gilgal, Mizpa, Rama (1 Samuel 7,16-17), Gibeon (1 Könige 3,2-4).

Der herausragende Ort der Anbetung war aber die Stadt Jerusalem, wo David einen Altar baute (2 Samuel 24,18-25), und wo Salomo an der Stätte, wo schon Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollte (Genesis 22,1-18) den Tempel errichtete (2 Chronik 3,1-2).

Jerusalem wurde zum geistlichen Mittelpunkt Israels. Es war der Ort, zu dem das Volk dreimal im Jahr zu den Hauptfesten Israels zog. Auch nach der Zerstörung des Tempels durch die Chaldäer im Jahre 587 v. Chr. blieb Jerusalem die geistliche Mitte des Volkes. 520-515 wurde der Tempel wieder erbaut und war auch noch zur Zeit Jesu das religiöse Zentrum des jüdischen Volkes.

Nichts jedoch lesen wir in den Schriften des Alten Testaments und seiner Propheten über die Stadt Mekka. Das ist höchst erstaunlich, wenn man bedenkt, welche Bedeutung Muslime dieser Stadt beimessen. Immerhin sollte dort ja Abraham die Kaaba erbaut haben (vergleiche Sure 2,125-130). Die Bibel, die über Abraham viele geographische Details berichtet, kennt keine Reise Abrahams nach Mekka. Manche Muslime versuchen, Mekka in Psalm 84,7 zu finden. Dieser vergebliche Versuch zeigt jedoch nur, dass es offensichtlich keine guten Argumente gibt, sodass man es mit einem schlechten versuchen muss.

Was wurde mit Jesus anders?

Jesus hat den Tempel in Jerusalem immer wieder zu den jüdischen Festen besucht. Als Kind war er mit seinen Eltern alljährlich beim Paschafest in Jerusalem, und als Zwölfjähriger hat er dort eifrig mit den dortigen Lehrern gesprochen (Lukas 2,41-51). Weiters lesen wir in Johannes 2,13ff; 5,1ff; 7,2ff; 10,22ff, dass Jesus bei verschiedenen Festen in Jerusalem war. Sein letzter Besuch in Jerusalem war anlässlich eines Paschafestes. Er wurde gekreuzigt, als die Juden ihre Paschalämmer schlachteten.

Jesus wusste aber, dass die jüdischen Feste und auch die geistliche Bedeutung der Stadt Jerusalem mit dem Kommen des Messias ihre Erfüllung erhalten haben und in Zukunft bedeutungslos werden würden.

Einmal sprach er mit einer samaritanischen Frau. Es ging um die Frage, wo der richtige Ort der Anbetung sei: In Jerusalem, wie die Juden sagten, oder am Berg Garizim, wie die Samaritaner dachten. Mekka war offensichtlich keine Option.

Die Antwort Jesu war:

Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. 24 Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Johannes 4,21-24)

Einerseits hat Jesus den jüdischen Standpunkt als den richtigen bestätigt. Andererseits hat er aber darauf hingewiesen, dass die Frage nach dem Ort der Anbetung in Zukunft keine Bedeutung haben wird. Es kommt nicht darauf an, wo wir Gott anbeten, sondern wie wir das tun.

Die Stadt Jerusalem und der Tempel wurden im Jahr 70 n. Chr. von den Römern zerstört. Der Tempel wurde nie wieder aufgebaut. Auch die im Tempel dargebrachten Tieropfer haben ihre Erfüllung in der vollkommenen Hingabe Jesu Christi in seinem Tod am Kreuz gefunden.

Die ersten Christen haben sich an die Worte Jesu gehalten und haben keine heiligen Orte gehabt, auch keine Tempel gebaut und keine Opfer dargebracht. Erst im Laufe der Kirchengeschichte wurden die klaren Worte des Herrn immer mehr missachtet, sodass es zu Kirchenbauten und besonderen Heiligtümern und Wallfahrtsorten kam. Das alles war aber im Gegensatz zu den Worten Jesu. Menschen, die Jesus nachfolgen, kennen auch heute keine Wallfahrtsorte und Heiligtümer. Sie pflegen ihr Gemeinschaftsleben in ihren Häusern und Wohnungen, so wie die ersten Christen es taten.

Die Pilgerfahrt des Christen ist nicht zu einem irdischen Heiligtum, sondern zum himmlischen Jerusalem, der wahren Heimat aller Gläubigen (vergleiche Philipper 3,21).

Der Hadsch

Ca. 600 Jahre nach Jesus trat Mohammed auf. Offensichtlich hat Mohammed all das, was durch Jesus verändert wurde nicht gekannt – oder er hat es ignoriert. Er hat wieder einen heiligen Ort eingeführt, einen Ort, den alle Propheten von Abraham bis Jesus nicht gekannt haben. Er hat die Wallfahrt zur Pflicht gemacht und dabei die heidnischen Riten bestehen lassen. Er hat das Opferfest, an dem zahlreiche Tiere geopfert werden, zum höchsten islamischen Fest gemacht, und hat dabei gegen das Gesetz des Mose (Deuteronomium 12,4-6) verstoßen, das nur einen einzigen Ort kennt, an dem geopfert werden darf. Dieser Ort ist, wie viele Propheten und auch Jesus bestätigt haben, der Tempel in Jerusalem. Mohammed hat auch ignoriert, dass die Tieropfer mit dem Kommen Jesu und seinem vollkommenen Opfer am Kreuz erfüllt worden sind.

Wenn im Koran der Hadsch befohlen wird, ist das keine Bestätigung der Thora und des Evangeliums, sondern ein offensichtlicher Widerspruch zu den früheren Schriften.

Ein Muslim, der Gott wirklich liebt, wird Gott nicht durch eine Wallfahrt und das Schlachten von Tieren ehren, sondern durch eine Hingabe seines Lebens auf dem Weg, den Jesus gelehrt hat.

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. 29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. 30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. (Matthäus 11,28-30)

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