Hat Jesus Mohammed angekündigt?

Und als ‚Isa, der Sohn Maryams, sagte: „O Kinder Isra’ils, gewiß, ich bin Allahs Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Tora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Ahmad‘.“ Als er nun mit den klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: „Das ist deutliche Zauberei.“ (Sure 61,6)

Aufgrund dieses Koranverses versuchen Muslime, in den Worten Jesu eine entsprechende Verheißung zu finden. Nun gibt es aber weder in den kanonischen Schriften noch in den apokryphen Evangelien aus der Zeit vor Mohammed irgendeine Aussage in diese Richtung. Lediglich das im Hochmittelalter entstandene „Barnabasevangelium“ strotzt von Ankündigungen Mohammeds. Dieses Werk geht sogar soweit, dass dort – im Gegensatz zum Koran – Mohammed und nicht Jesus der Messias ist. Mohammed ist dort auch das erste Geschöpf, dessen Seele 60.000 Jahre vor der Erschaffung der Welt geschaffen wurde (BarnEv 39).

Bereits Mohammed Ibn Ishak bezog sich in seinem „Leben Mohammeds“ auf das Johannesevangelium:

Wie man mir berichtet hat, hatte sich Isa I. Mariam in dem von Gott geoffenbarten Evangelium nach der Abschrift, welche der Jünger Johannes zu Lebzeit Isas vom Evangelium gemacht hatte, in folgender Weise in Bezug auf die Beschreibung Mohammeds ausgesprochen: „Wer mich hasst, der hasst den Herrn. Hätte ich nicht vor ihren Augen Werke geübt, so wären sie nicht schuldig, aber sie wurden undankbar und glaubten, sie müssten mich wie den Herrn verehren. Aber das Wort, das im Gesetzbuche geschrieben ist, muss erfüllt werden, dass sie mich nämlich ohne Grund gehasst haben. Wäre Manhamanna (d. h. im Syrischen Mohammed und im Griechischen Paraklet), den euch Allah vom Herrn und dem Geiste der Gerechtigkeit senden wird, schon hervorgetreten, so würde er Zeugnis ablegen für mich, und ihr würdet es auch tun, denn ihr wart früher mit mir. Dies sage ich euch, damit ihr nicht zweifelt.“ (Das Leben Mohammeds nach Mohammed Ibn Ishak bearbeitet von Abd el-Malik Ibn Hischam, übersetzt von Dr. Gustav Weil, Stuttgart 1864, 1. Band, S. 112)

Ibn Ishak berief sich auf das, was ihm berichtet wurde. Er hatte offensichtlich das Evangelium nicht gelesen. Der von ihm wiedergegebene Text findet sich nicht im Johannesevangelium, hat aber Anklänge an verschiedene Stellen daraus.

Ibn Ishak ging davon aus, dass das griechische Wort parakletos dem Namen Mohammed entspräche, was es nicht tut.

In folgenden Texten des Johannesevangeliums spricht Jesus vom Parakletos. Die Einheitsübersetzung gibt dieses Wort mit „Beistand“ wieder. Andere mögliche Übersetzungen sind:“Tröster“, „Fürsprecher“.

15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. 16 Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. (Johannes 14,15-17)

Abgesehen davon, dass Jesus hier Gott seinen Vater nennt, was für einen Muslim nicht möglich ist, fallen folgende Punkte auf:

  • … der für immer bei euch bleiben soll.“ – Ist Mohammed für immer geblieben?
  • … den Geist der Wahrheit.“ – Ist das eine Aussage über einen Menschen?
  • … den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.“ – Mohammed wurde von den Menschen der Welt gesehen.
  • Ihr aber kennt ihn.“ – Kannten die Jünger, zu denen Jesus diese Worte sprach, Mohammed? Petrus, Johannes, Jakobus, Thomas … sie alle kannten Mohammed nicht. Wohl aber hatten die Jünger Jesu schon die Erfahrung des Heiligen Geistes gemacht, auch wenn sie damals vieles noch nicht verstanden.
  • … weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.“ – Der Heilige Geist, den die Jünger schon erfahren hatten, wird bei ihnen bleiben. Sie werden ihn noch besser kennenlernen. Er wird IN ihnen sein. Das passt unmöglich auf einen Menschen, schon gar nicht auf einen, der erst 600 Jahre später kommen sollte.

Alle diese Punkte sprechen klar gegen einen Bezug auf Mohammed.


25 Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Johannes 14,25-26)

Auch hier ist es wieder der Vater, der den Beistand sendet. Er sendet ihn im Namen Jesu. Hat sich Mohammed jemals darauf berufen, im Namen Jesu gesandt worden zu sein? Wie konnte Mohammed die Jünger an alles, was Jesus ihnen gesagt hat, erinnern, wo er doch erst viel später kam?
Ferner hat Mohammed so gut wie keine Worte Jesu wiedergegeben. Die wenigen Worte Jesu, die man im Koran im Munde Jesu findet, entsprechen in den allermeisten Fällen nicht den Worten Jesu, wie sie seine Jünger aufgezeichnet haben. So hat Mohammed niemanden „an alles erinnert“, was Jesus gesagt hat.


Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. (Johannes 15,26)

Hier verschiebt sich die Perspektive im Vergleich zu den beiden früheren Stellen. Hier ist es Jesus selbst, der den Geist der Wahrheit vom Vater aus senden wird. Da Jesus und der Vater in untrennbarer Einheit miteinander verbunden sind, ist es sowohl der Vater, der sendet als auch der Sohn. Hat Mohammed jemals behauptet, von Jesus gesandt worden zu sein? Oder wollen Muslime behaupten, dass Mohammed vom göttlichen Jesus gesandt wurde?

Der Geist der Wahrheit geht vom Vater aus. Wie kann der „Geist der Wahrheit“ dann jemand sein, der die Vaterschaft Gottes bestreitet, wie es Mohammed tat? Mohammed hat auch nicht Zeugnis für Jesus abgelegt. Er hat alle wesentlichen Punkte, die Jesus betreffen, bestritten: seine Gottessohnschaft, seinen Tod und seine Auferstehung.


7 Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er kommt, wird er die Welt der Sünde überführen und der Gerechtigkeit und des Gerichts; 9 der Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 der Gerechtigkeit, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 des Gerichts, weil der Herrscher dieser Welt gerichtet ist. 12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. 14 Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. 15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden. (Johannes 16,7-15)

Die Voraussetzung für das Kommen des Beistands ist, dass Jesus weggeht. Das lässt erwarten, dass der Beistand bald nach dem Weggang Jesu kommen werde. So geschah es auch. Zehn Tage nach der Himmelfahrt Jesu kam der Heilige Geist über die Jünger (Apostelgeschichte 2).

Hat Mohammed die Welt der Sünde überführt, dass sie nicht an Jesus glauben? Laut heutigen Apologeten ist Jesus nur zum Volk Israel gekommen, nicht für die ganze Welt. Hat Mohammed verkündet, dass der Herrscher dieser Welt (der Teufel) bereits gerichtet ist – nämlich durch die Erlösungstat Jesu?

Vor seinem Tod und seiner Auferstehung konnten die Jünger Jesu einiges noch nicht tragen. Erst nach diesen Ereignissen konnten sie manche seiner Worte tiefer verstehen. Es war die Aufgabe des Geistes der Wahrheit, sie kurz danach in die ganze Wahrheit zu führen. 600 Jahre später waren die Jünger schon tot.

Die Worte „was er hört“ bedeuten nicht, dass der Heilige Geist Ohren hat. Alles was der Heilige Geist weiß und hat, hat er vom Vater. Er ist kein Gott neben dem Vater und dem Sohn. Es ist nur ein Gott. Der Heilige Geist hat alles, ebenso wie der Sohn, vom Vater. Das wird auch in Vers 15 ausgedrückt.

Alle diese Punkte sprechen dafür, dass Jesus nicht das Kommen Mohammeds verheißen hat, sondern auf das Kommen des Heiligen Geistes hingewiesen hat. Jesus hat diesen Geist ca. 50 Tage nach seiner Verheißung gesandt. Diese Verheißung gilt allen, die ihm gläubig nachfolgen.

Denn die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! (Römer 8,14-15)

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