Zur Sünde gemacht?

Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden. (2 Korinther 5,21)

Was bedeuten diese Worte von Paulus? Wie kann es sein, dass Gott einen Menschen „zur Sünde“ macht?

Stimmt das, was Luther 1 schrieb?

Das haben alle Propheten gesehen, daß der zukünftige Christus der größte Räuber, Mörder, Ehebrecher, Dieb, Tempelschänder, Lästerer etc. sein würde, der durch keinen Verbrecher in der Welt je übertroffen wird. 

Natürlich meinte Luther nicht, dass Jesus alle diese Sünden begangen habe. Aber dadurch, dass Jesus alle Sünden auf sich genommen habe, sei er zum Räuber, Mörder, Ehebrecher … geworden.

In 2 Korinther 5,19, also im unmittelbaren Zusammenhang von Vers 21 schreibt Paulus:

[…] nämlich dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat. (Elberfelder)

Wenn Gott beim Versöhnungswerk am Kreuz in Christus war, konnte Christus nicht gleichzeitig der größte Räuber, Mörder und Ehebrecher sein. Gott ist heilig, kann nicht mit der Sünde zugleich in Christus sein. Vers 19 steht in direktem Widerspruch zum Gedanken, dass Jesus am Kreuz von Gott verlassen war. Mehr dazu ist hier zu lesen.

In Vers 19 steht auch nicht, dass Gott Christus für die Sünden bestraft hat, sondern, dass er den Sündern ihre Übertretungen nicht zurechnete.

Am Ende von Vers 21 heißt es: damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.

Es ist klar, dass diese Formulierung nicht wörtlich verstanden werden kann. Wir, als Menschen, können kein Abstraktum wie Gerechtigkeit werden. Das Ziel des Erlösungswerks ist, dass wir gerecht werden, nicht nur als gerecht betrachtet, sondern wirklich gerecht. Das ist etwas, was wir aus uns heraus nicht schaffen. Unsere Gerechtmachung ist eine Folge der Gerechtigkeit Christi. Jesus hat die Folgen unserer Sünden auf sich genommen, damit wir die Folge seiner Gerechtigkeit erfahren können, nämlich dass wir selber gerecht werden.

Dadurch, dass Jesus Mensch wurde, ein guter Mensch in der bösen Welt, hat er als der einzig wirklich Gute die Bosheit der Menschen ertragen müssen, ihren Hass, ihren Spott, ihre Verachtung, ihren Willen, ihn zu vernichten. Er hat all das ertragen. Seine Reaktion auf den Hass war Liebe. Dadurch hat er den Hass überwunden. Wenn wir ihm glauben und nachfolgen, überwindet er auch die Sünde in unserem Leben und macht uns zu Gerechten.

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