Die Himmelskönigin

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17 Siehst du nicht, was sie in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems treiben? 18 Die Kinder sammeln Holz, die Väter zünden das Feuer an und die Frauen kneten den Teig, um Opferkuchen für die Himmelskönigin zu backen. Anderen Göttern spendet man Trankopfer, um mir wehzutun. (Jeremia 7,17-18)

Zu Beginn der Regierungszeit Jojakims des Königs von Juda hielt der Prophet Jeremia eine Rede im Vorhof des Tempels von Jerusalem, in der er seine Landsleute zur Umkehr zu Gott aufrief und sie vor falschem Vertrauen in den Tempelkult warnte (Jeremia 7,1-15; 26,1-6). Im Anschluss an diese Rede werden in Kapitel 7 Worte Gottes an seinen Propheten festgehalten. In einem dieser Worte wird auf den Götzendienst hingewiesen, der kurze Zeit nach dem Tod des gottesfürchtigen Königs Joschija wieder praktiziert wurde. Insbesondere wird auf den Kult der Himmelskönigin hingewiesen. Dieser Abfall vom Dienst am wahren Gott wurde für so gravierend gehalten, dass Gott seinem Propheten sogar sagte:

Du aber, bete nicht für dieses Volk! Fang nicht an, für sie zu flehen und zu bitten! Dränge mich nicht! Denn ich werde dich nicht erhören. (Jeremia 7,16)

Etwas über zwei Jahrzehnte später, nachdem das von Jeremia angekündigte Strafgericht eingetroffen war und Jerusalem zerstört worden war, war das Thema der Verehrung der Himmelskönigin immer noch aktuell. Eine Gruppe von Juden, die nicht nach Babylon verschleppt worden waren, flüchtete nach Ägypten und nahm auch den Propheten Jeremia mit (Jeremia 43,4-7). Selbst dort hielten sie noch an der Verehrung der Himmelskönigin fest (Jeremia 44, besonders die Verse 17-19 und 25). Selbst das Strafgericht konnte sie nicht vom Götzendienst abhalten.

Mit der Himmelskönigin ist vermutlich die Göttin Ischtar gemeint.1

Leser mit katholischem Hintergrund kennen den Titel „Himmelskönigin“ aber in einem völlig anderen Zusammenhang. Es ist einer der üblichen Titel Marias, der Mutter Jesu.

Beispiele dafür kann man hier oder hier oder hier lesen.

Ist es nicht erstaunlich, dass man sich nicht schämt, der Mutter Jesu den Titel einer heidnischen Astralgottheit, die für die Fruchtbarkeit und den Krieg zuständig war, zu geben? Ist das wirklich ein Ausdruck der Liebe zu Maria?

Wer die Mutter des Herrn wirklich achtet, wird sich hüten, sie mit einem heidnischen Titel zu beschmutzen. Er wird seine Hilfe und Rettung allein in ihrem Sohn, dem einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen finden.

Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus. (1 Timotheus 2,5)


  1. Vergleiche dazu den Artikel auf bibelwissenschaft.de, dessen Anspielungen auf das Hohelied und Offenbarung 12 ich allerdings nicht teile. 

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