Bahnt den Weg des HERRN!

3 Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott! 4 Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. 5 Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alles Fleisch wird sie sehen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen. (Jesaja 40,3-5)

Im Buch Jesaja lesen wir diese Worte eines uns namentlich unbekannten Propheten aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Er richtet seine Worte an das Volk Israel im babylonischen Exil. Sie hatten Gottes Strafgericht erfahren. Ihre Stadt mit dem Tempel als Zentrum war zerstört worden und viele Menschen aus Juda und Jerusalem wurden nach Babylonien verschleppt. Doch nun sandte Gott einen Propheten, um seinem Volk wieder Mut zu machen.

Der Weg, der in der Wüste gebahnt werden soll, ist der Weg zurück nach Hause, nach Jerusalem. Natürlich hat der Prophet nicht an die Errichtung einer Schnellstraße von Babylon nach Jerusalem quer durch die Wüste gedacht. Es geht nicht um das Abtragen von Bergen und Hügeln und das Auffüllen von Tälern. Es ist auch nichts darüber bekannt, dass derartige Arbeiten durchgeführt worden wären.

Es geht um die geistlichen Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden müssen, damit Gott wirken kann. Die Berge, die abgetragen werden müssen, sind die Sünden, die den Menschen von Gott trennen.

1 Seht her, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu helfen, sein Ohr ist nicht schwerhörig, sodass er nicht hört. 2 Aber eure Vergehen stehen trennend zwischen euch und eurem Gott; eure Sünden haben sein Gesicht vor euch verdeckt, sodass er nicht hört. (Jesaja 59,1-2)

Damals hatte das viel mit dem Götzendienst zu tun, der vor dem Exil in Jerusalem getrieben wurde. Die Menschen sollten sehen, dass der Gott Israels der einzige und wahre Gott ist, dass das Nachlaufen und die Verehrung anderer Götter nur ins Unglück führt.

Die höchsten Berge, die aus dem Weg geräumt werden müssen, sind die Berge des Hochmuts und des Stolzes. Solange wir für uns selber der Mittelpunkt der Welt und unseres Denkens sind, steht ein unüberwindlicher Berg dem Wirken Gottes im Wege. Gegen den Stolz gibt es nur ein Mittel: die Demut. Ehrliche Selbsterkenntnis, das Erkennen und Bekennen unserer Sünden, auch das Eingeständnis, mit eigener Kraft nicht mehr weiterzukommen, der Hilfeschrei an den liebenden Gott, das ist es, was den Berg des Hochmuts wegräumt.

14 Und er spricht: Bahnt, bahnt, ebnet den Weg, räumt die Hindernisse aus dem Weg meines Volkes! 15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, er wohnt in Ewigkeit, sein Name ist Der Heilige: Als Heiliger wohne ich in der Höhe, aber ich bin auch bei dem Zerschlagenen und dem im Geist Niedrigen, um den Geist der Niedrigen wieder aufleben zu lassen und das Herz der Zerschlagenen neu zu beleben. (Jesaja 57,14-15)

Beugt euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist! (1 Petrus 5,6)

Wenn wir uns vor Gott demütigen, hilft er uns, uns und unsere Sünden zu sehen. Aber nicht nur die Sünden, sondern auch den Weg heraus aus ihnen.

Das Machen der geraden Bahnen hat das Ziel, dass Gottes Herrlichkeit sich offenbaren kann. Damals hat es dazu geführt, dass die Gläubigen nach Jerusalem zurückkehren durften, dass sie die Stadt und den Tempel wieder aufgebaut haben. So erfuhren Sie Gottes Herrlichkeit und Gegenwart.

Jahrhunderte später fanden diese Worte des Propheten eine neue Aktualisierung. Als Johannes der Täufer auftrat, berief er sich auf diese Worte aus dem Buch Jesaja.

22 Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Antwort geben. Was sagst du über dich selbst? 23 Er sagte: Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. (Johannes 1,22-23)

Wieder ging es um die geistliche Vorbereitung für den Herrn. Johannes forderte die Juden zur Umkehr auf und wies auf den Größeren hin, der nach ihm kommen sollte.

26 Johannes antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt, 27 der nach mir kommt; ich bin nicht würdig, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. (Johannes 1,26-27)

Dieser Größere war Jesus. Im Kommen Jesu hat sich die Herrlichkeit Gottes noch viel stärker offenbart als sie es bei der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil tat. In Jesus kommt Gott selber auf uns zu.

Auch für uns gilt, die Worte aus dem Buch Jesaja, die auch die Botschaft Johannes‘ des Täufers waren, in unserem Leben ernst zu nehmen. Wir sollen alle Berge, die uns von Gott trennen, aus dem Weg räumen, dem Herrn den Weg ebnen.

In Jesus ist der Herr auf uns zugegangen. Er möchte seine Herrlichkeit im Leben jedes Menschen offenbaren. An uns liegt es, uns für ihn zu öffnen.

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir. (Offenbarung 3,20)

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