Die frohe Botschaft Johannes des Täufers

15 Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei. 16 Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 17 Schon hält er die Schaufel in der Hand, um seine Tenne zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. 18 Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk und verkündete die frohe Botschaft. (Lukas 3,15-18)

Johannes der Täufer wurde gefragt, ob er der Messias (= Christus) sei. Er verwies auf einen, der nach ihm kommen sollte, um mit Heiligem Geist und Feuer zu taufen. Er kündigte den Messias als einen Richter an und sprach in diesem Zusammenhang auch vom nie erlöschenden Feuer der Hölle. In seinem zusammenfassenden Kommentar nannte Lukas das die Verkündigung der Frohen Botschaft.

Johannes drohte mit der Hölle – und Lukas nannte das eine frohe Botschaft! Hier sieht man, dass der oft erwähnte Gegensatz zwischen der Drohbotschaft von der ewigen Gottesferne und der Frohbotschaft der Erlösung durch Jesus Christus nicht existiert.

Man könnte einwenden, dass Jesus nicht in der Weise gekommen ist, wie Johannes ihn angekündigt hat. In Jesus ist ja die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unseres Retters erschienen, wie es Paulus in Titus 3,4 ausdrückte. Er kam nicht, um zu richten, sondern um zu retten (Johannes 12,47).

Trotzdem hatte Johannes recht mit seinen Worten. An der Einstellung zu Jesus entscheidet sich das ewige Schicksal des Menschen. Wer die Rettung annimmt, die uns Gott durch seinen Sohn geschenkt hat, wer umkehrt von seinen Sünden, um den Willen Gottes zu tun, hat das ewige Leben. Wer sich dem Rettungsangebot Jesu verweigert, erfährt diese Rettung nicht. Er wird in Ewigkeit von Gott, der Quelle seines Glücks, getrennt sein. Wer sich weigert, Weizen zu sein, wird als Spreu verbrennen. Auch wenn das Feuer nur ein Bild für den tiefen Schmerz der Gottesferne ist, ist das eine reale Gefahr.

Wer die Menschen liebt, warnt sie vor Gefahren, die er sieht. Die größte Gefahr ist die ewige Gottesferne. Deswegen hat Johannes davor gewarnt, genauso wie es Jesus und alle Jünger Jesu taten.

Es gibt die Frohbotschaft von der Erlösung durch Jesus Christus nicht ohne die „Drohbotschaft“, die vor den Konsequenzen der Sünde warnt. Wer diese „Drohbotschaft“ verschweigt, handelt nicht aus Liebe, sondern trägt dazu bei, dass sich Menschen in einer falschen Sicherheit wiegen und die lebensnotwendige Umkehr nicht finden.

Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Jüngsten Tag. (Johannes 12,48)

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