Ist Gott „queer“?

„Jetzt ist die Zeit zu sagen, Wir alle sind die Letzte Generation. Jetzt ist die Zeit zu sagen, Black lives always matter. Jetzt ist die Zeit zu sagen, Gott ist queer.“

Das waren die Worte von Quinton Ceasar beim „Abschlussgottesdienst“ des 38. Evangelischen Kirchentages in Nürnberg (hier ab Minute 34:26). Er sprach diese Worte unter dem tosenden Applaus des Publikums.

Er hat mit damit einen neuen blasphemischen Tiefpunkt einer Bewegung erreicht, die vor einem halben Jahrtausend mit dem Anspruch angetreten ist, das Evangelium, das in einer von zahllosen unbiblischen Traditionen und toten Ritualen geprägten „Kirche“ kaum mehr sichtbar war, wieder ans Licht zu bringen.

Doch hat schon Martin Luther mehr dem damals aktuellen Zeitgeist gehorcht als dem Evangelium. Er hat sich auf die Seite der ihm wohlgesonnenen Fürsten gestellt. Einem von ihnen hat er die Bigamie erlaubt. Er hat zur Gewalt gegen die Bauern aufgerufen, gegen die Täufer und gegen die Juden gehetzt … In gewisser Weise blieb Quinton Ceasar der von Luther vorgegebenen Linie treu, auch wenn Luther ihn vermutlich entschlossen exkommuniziert hätte oder sogar noch Schlimmeres gegen ihn angeordnet hätte.

„Wir alle sind die Letzte Generation.“

Mit den Worten „Wir alle sind die Letzte Generation“ hatte der Prediger etwas anderes im Sinn als die Naherwartung der Wiederkunft Jesu Christi, die den frühen Christen fälschlicherweise nachgesagt wird. Er dachte auch nicht so wie die Zeugen Jehovas, die bereits seit 1914 denken, in der letzten Generation zu leben. Nein, er meinte die sich selber als „Letzte Generation“ verstehende, von amerikanischen Milliardären finanzierte radikale Gruppierung, die sich auf die Straße kleben, um durch Verkehrsbehinderung auf den drohenden Klimakollaps aufmerksam zu machen. Die Katastrophe könne nur durch radikale Reduzierung des Ausstoßes von CO2 abgewendet werden. Die Verteufelung des lebensnotwendigen Spurengases hat zu einer neuen Religion geführt. Das Böse, das bekämpft werden muss, ist nicht mehr die Sünde, die bereits in unseren Gedanken beginnt. Das Böse ist das CO2. Wo der Glaube an Gott verschwindet, wird eine neue Religion geschaffen. Nicht die Menschen sollen aus ihren Sünden gerettet werden, sondern die Rettung des „Klimas“ ist der höchste Wert, dem alles untergeordnet werden muss.

„Black lives always matter.“

Dass „Black lives always matter“, stimmt auf jeden Fall. Doch warum nur black lives? Jeder Mensch ist von Gott als sein Ebenbild geschaffen und ist unendlich wertvoll. Dieser Wert jedes Menschenlebens darf nicht auf eine bestimmte Rasse beschränkt werden. Wenn man schon von den „black lives“ spricht, sollte nicht vergessen werden, dass die meisten schwarzen Leben vermutlich von Planned Parenthood ausgelöscht werden, die ihre Abtreibungskliniken aus rassistischen Motiven bewusst in Bereichen mit einem hohen afroamerikanischen Bevölkerungsanteil gebaut haben (mehr dazu hier). Wenn schwarze Leben immer zählen, muss man entschlossen gegen die Tötung ungeborener schwarzer Menschen auftreten, ja ganz grundsätzlich gegen die Tötung ungeborener Menschen. Wo ist der laute Aufschrei der evangelischen „Kirche“ gegen den täglichen Massenmord an den Ungeborenen, dem täglich 150.000 bis 200.000 Menschen zum Opfer fallen? Gewiss engagieren sich manche Mitglieder dieser Organisation gegen Abtreibung. Doch die offizielle „Kirche“ hat keinerlei Berührungsängste mit politischen Parteien, die das Töten der Kinder noch leichter machen wollen.1 Wo bleibt er Ruf zur Umkehr von all diesen Bluttaten? Ohne Umkehr kann es keinen Frieden mit Gott geben.

„Gott ist queer.“

Die Spitzenaussage dieser Predigt war der Satz „Gott ist queer.“ Mein altes Englisch-Wörterbuch definiert „queer“:

sonderbar, seltsam; wunderlich; komisch, unwohl; homosexuell.

Wikipedia schreibt dazu:

Queer [‚kwɪə(ɹ)] ist heute eine Sammelbezeichnung für sexuelle Orientierungen, die nicht heterosexuell sind, sowie Geschlechtsidentitäten, die nichtbinär oder nicht-cisgender sind.

Ich nehme an, dass Quinton Ceasar nicht sagen wollte, dass Gott sonderbar oder komisch ist, obwohl Gott manchmal auf eine Weise handelt, die dem Menschen sonderbar erscheinen mag.

Wollte Quinton Ceasar wirklich sagen, dass Gott irgendeine sexuelle Orientierung hat? Gott, der Ewige, der Allmächtige, der Schöpfer von allem, sollte eine sexuelle Orientierung haben, noch dazu eine, die nicht heterosexuell ist? Wie weit von Gott entfernt muss jemand sein, der solche Gedanken äußert!

Vermutlich wollte er nur ausdrücken, dass sich Gott mit den „Queeren“ solidarisiert, dass er ganz auf ihrer Seite steht. So wie am selben Kirchentag eine Frau, die gewiss nicht fünfmal täglich Richtung Mekka niederfällt, ein Schild mit der Aufschrift „We are all Muslims“ hält und damit ihre Solidarität mit den Muslimen ausdrückt, anstatt sie zum Glauben an Jesus zu rufen.

Ja, Gott liebt die „Queeren“, nicht deswegen, weil sie „queer“ sind, sondern weil er sie nach seinem Bild geschaffen hat und auch ihnen die ewige Gemeinschaft mit ihm schenken will. Darum ist Jesus Mensch geworden, um uns aus unseren Sünden herauszuholen.

Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. (Matthäus 1,21)

Jesus erlöst die Menschen von ihren Sünden, nicht in ihren Sünden. Er ruft alle Menschen zur Umkehr. Zur Umkehr von allen Sünden, die uns von Gott trennen. Dazu gehören nicht nur, aber auch Sünden im Bereich der Sexualität.

9 Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, 10 noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben. 11 Und solche gab es unter euch. Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes. (1 Korinther 6,9-11)

Wer in diesen Sünden verharrt, wird das Reich Gottes nicht erben. Die Christen in Korinth haben erfahren, dass sie durch Gottes Gnade von ihren Sünden reingewaschen, geheiligt und gerecht gemacht worden sind. Das schließt die Umkehr mit ein und setzt sie voraus. Sie haben ihre Sünden aufgegeben und durch Jesus Christus im Geist Gottes ein neues Leben empfangen.

Das ist die Botschaft, die auch die „Queeren“ hören müssen: die Botschaft der Umkehr und der Befreiung, die ihnen Jesus schenken will. Sie dürfen durch Jesus von ihren Sünden frei werden, sodass sie nicht mehr „queer“ sind, sondern Gottes Kinder, die ihren Herrn durch ein Leben in Heiligkeit preisen.

Wer statt der Umkehr zu Jesus einen „queeren“ Gott verkündet, versperrt nicht nur seinen Hörern den Weg zum Heil, sondern zieht auch den heiligen Namen Gottes durch den Dreck.

Denn euretwegen wird unter den Heiden der Name Gottes gelästert, wie geschrieben steht. (Römer 2,24)


  1. Nachträglich habe ich erfahren, dass der Evangelische Kirchentag Lebensrechtsorganisationen von der Teilnahme ausgeschlossen hat. Für die Veranstalter dieses „Kirchentages“ gilt offenbar das Motto: „Not all lives matter“. Es wird wieder zwischen lebenswertem und nicht lebenswertem Leben unterschieden. 

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑