Das Gleichnis von den Winzern aus islamischer Sicht.

33 Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. 34 Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seine Früchte holen zu lassen. 35 Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, wieder einen anderen steinigten sie. 36 Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. 37 Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. 38 Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn umbringen, damit wir sein Erbe in Besitz nehmen. 39 Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. 40 Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt: Was wird er mit jenen Winzern tun? 41 Sie sagten zu ihm: Er wird diese bösen Menschen vernichten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. 42 Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; vom Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar in unseren Augen? 43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die Früchte des Reiches Gottes bringt. 44 Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen. 45 Als die Hohepriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach. 46 Sie suchten ihn zu ergreifen; aber sie fürchteten die Menge, weil sie ihn für einen Propheten hielt. (Matthäus 21,43-46)

Jesus hat dieses Gleichnis wenige Tage vor seinem Tod in Jerusalem erzählt. Er sprach über die Boten, die Gott zu seinem Weinberg Israel (vergleiche Jesaja 5,1-7) gesandt hat. Das Volk hörte jedoch nicht auf sie und misshandelte oder tötete die Propheten und Gottesmänner. Der letzte Bote war sein Sohn. Doch gerade auf ihn wollten sie am wenigsten hören. Er wurde getötet. Hier spielte Jesus ganz deutlich auf sein eigenes bevorstehendes Schicksal an. Er wies auch auf die schrecklichen Konsequenzen hin, die die Ermordung des Sohnes nach sich ziehen würde. Die Gegner Jesu verstanden genau, dass es um sie ging. Das führte sie jedoch nicht zur Umkehr, sondern bestärkte sie in ihrer Ablehnung Jesu.

Man sollte meinen, dass dieses Gleichnis relativ klar ist. Sogar die Feinde Jesu haben es verstanden.

Mit großem Erstaunen liest und hört man, was Muslime dazu sagen.

Der zweite „Kalif des Messias“ der Ahmadiyya-Gruppe schreibt in seiner Schrift „Muhammad in der Bibel“ auf Seite 33:

Dies soll heißen, dass nach der Ermordung des Sohnes ein anderer von Gott gesandt werde, der sich als Eckstein erweisen und „wunderbar” in den Augen Jesu und aller anderen erscheinen werde. Der Wunderbare sollte also erst nach der Ermordung des Sohnes kommen. Es kann dies nur der Heilige Prophet des Islam sein, der nach Jesus erschien, den die Juden ans Kreuz schlugen.

Die Ahmadiyya glauben im Gegensatz zu den Sunniten, dass Jesus tatsächlich gekreuzigt wurde, aber die Kreuzigung überlebt hat. In dieser Erklärung gehen sie aber von der tatsächlichen Ermordung des Sohnes aus. Der von den Bauleuten verworfene Eckstein soll aber Mohammed sein. Über das Volk, dem das Reich Gottes gegeben wird, schreibt der Autor nichts. Man kann ahnen, dass damit die Muslime gemeint seien.

Eine „missionarische“ Website lässt zu Matthäus 21,43 vermuten, dass mit dem Volk, dem das Reich Gottes gegeben wird, die Araber seien.

Es ist interessant, zu sehen, wie Muslime in ihrem Bemühen, ihren Propheten in der Bibel zu finden, sogar ihre eigenen Dogmen vergessen, von Jesus als dem Sohn sprechen, und akzeptieren, dass er getötet wurde.

Doch kann es wirklich sein, dass Jesus in einem Gleichnis, in dem er über sich selbst spricht, plötzlich einen Sprung über sechs Jahrhunderte macht und auf jemanden hinweist, der im Kontext sonst nicht vorkommt? Und warum soll das Reich, das den jüdischen Führern mit der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 genommen wurde, erst nach ca. 600 Jahren einem anderen Volk übergeben werden?

Wollte Jesus nicht sagen, dass er der Stein ist, der von den jüdischen Führern verworfen wurde? Doch selbst wenn sie ihn töten, wird er zum Eckstein. Durch seine Auferstehung wird er zum Fundament eines neuen Tempels aus lebenden Steinen. Durch ihn entsteht ein neues Volk Gottes, das seine Wurzel im Volk Israel hat, doch Menschen aus allen Völkern umfassen wird. Dieses neue Volk wird durch seinen Gehorsam Gott die Früchte bringen, die ihm die Führer der Juden verweigert haben. Für die ungehorsamen Menschen wird die Begegnung mit dem Eckstein zum Gericht.

Auch Petrus hat in seinem ersten Brief den Eckstein auf Jesus bezogen.

4 Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist! 5 Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen! 6 Denn es heißt in der Schrift: Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde. 7 Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, 8  zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt. (1 Petrus 2,4-8)

Wer hat Jesus besser verstanden? Petrus, der Jesus als Jünger nachgefolgt ist und später sein Zeugnis für den Herrn mit seinem Leben bezahlt hat oder irgendwelche „Apologeten“ des 20. und 21. Jahrhunderts, die in ihrer verzweifelten Suche nach biblischen Ankündigungen Mohammeds sich nicht scheuen, die Worte Jesu zu verdrehen?

Nehmen wir die Worte von Petrus ernst und lassen wir uns als lebende Steine im geistlichen Tempel zur Ehre Gottes verwenden!

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