Schwerter zu Pflugscharen

Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. (Jesaja 2,4 // Micha 4,3)

Dieser Vers aus dem Alten Testament, der sich sowohl bei Jesaja als auch bei Micha findet, ist einer der bekannteren Sprüche der Bibel. Er war sogar einer der Lieblingsverse der Kommunisten. Bekannt ist die Skulptur von Jewgeni Wiktorowitsch Wutschetitsch, die 1959 von der Sowjetunion der UNO geschenkt wurde.

Schwerter_zu_Pflugscharen_-_Bronze_-_Jewgeni_Wutschetitsch_-_Geschenk_der_Sowjetunion_an_die_UNO_-_1959Bild: Wikipedia

Die Aussage dieses Verses spricht vielen Menschen aus dem Herzen. Wer wünscht sich nicht eine Welt ohne Krieg und Gewalt? Eine Welt, in der es keine Waffen mehr gibt? Interessant ist, dass dem Künstler, der diese Skulptur herstellte, mehrfach Auszeichnungen, die die Namen Lenins und Stalins trugen, verliehen wurden. Er hatte, so scheint es, kein Problem, im Dienste der größten Massenmörder der Geschichte zu stehen und trotzdem diesem Bibelvers ein Denkmal zu setzen.

Doch worum geht es in diesem Vers, der von atheistischen Verbrechern für ihre Propaganda missbraucht wurde, wirklich?

Werfen wir einen Blick auf den Zusammenhang!

2 Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg des Hauses des HERRN steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Nationen. 3 Viele Völker gehen und sagen: Auf, wir ziehen hinauf zum Berg des HERRN und zum Haus des Gottes Jakobs. Er unterweise uns in seinen Wegen, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn vom Zion zieht Weisung aus und das Wort des HERRN von Jerusalem. 4 Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. 5 Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des HERRN. (Jesaja 2,2-5)

Der Prophet richtet seinen Blick auf das „Ende der Tage“, auf eine Zeit, die ihm noch ferne war. Er wollte dem Volk, das von vielen Sünden umstrickt war, und dem er das Gericht ankündigen musste (Jesaja 1-3 enthalten vorwiegend Worte des Gerichts), auch einen Ausblick auf Gottes Plan schenken. Dieser Ausblick sollte sie motivieren, im Licht des Herrn zu wandeln (Vers 5), sich von den Sünden loszusagen.

Es wird nicht näher ausgeführt, wann dieses „Ende der Tage“ sein wird. In der Zeit des Messias? Erst in der Ewigkeit?

Dass der Tempelberg der Höchste der Berge sein wird, ist nicht geografisch, sondern geistlich zu verstehen. Die Lehre, die vom Berg Gottes ausgeht, motiviert alle Nationen, sich auf den Weg nach Jerusalem zu machen. Die Völker haben Sehnsucht danach, von Gott belehrt zu werden. Nur so wird bleibender Friede möglich. Wenn die Menschen nicht mehr auf ihre eigenen egoistischen Ziele schauen, sondern sich von Gott belehren und führen lassen, wird die Liebe Realität, die die Menschen durch und durch verändert. So schafft Gott Frieden, der alle Waffen unnötig macht. Die Voraussetzung für den Frieden unter den Menschen ist der Friede mit Gott.

Eine atheistische Ideologie, die Gott den Krieg erklärt, kann daher niemals den von Jesaja und Micha verheißenen Frieden hervorbringen. 100 Millionen Todesopfer, die der Kommunismus gefordert hat, zeigen das aufs Deutlichste. Gott will Frieden schenken. Das geht aber nur, wenn wir mit ihm Frieden schließen. Darum heißt es auch in Jesaja 57:

19 Ich erschaffe Frucht der Lippen. Friede, Friede dem Fernen und dem Nahen, spricht der HERR, ich werde ihn heilen. 20 Aber die Frevler sind wie das aufgewühlte Meer, das nicht zur Ruhe kommen kann und dessen Wasser Schmutz aufwühlt und Schlamm. 21 Kein Friede den Frevlern, spricht mein Gott! (Jesaja 57,19-21)

Wo ist nun dieser Berg Gottes? Seit Jesaja das Wort über die verheißene Völkerwallfahrt gesprochen hat, wurde der Tempel zweimal zerstört, das letzte Mal im Jahre 70. Seit 692 steht an seiner Stelle der Felsendom. Dieses Bauwerk steht für eine Religion, die der Menschheit nicht Frieden, sondern Krieg und Zerstörung gebracht hat. Die Hoffnung auf Frieden, der von diesem konkreten Ort ausgeht, ist nicht realistisch.

Nach christlicher Überzeugung erfüllt sich die Weissagung Jesajas nicht am irdischen Jerusalem, sondern am himmlischen Jerusalem. Die Weisung, die von dort ausgeht, ist das Wort Jesu, das wir im Neuen Testament finden. Unter den Menschen, die auf diese Weisung hören, wird der Friede Gottes schon jetzt Wirklichkeit. Christen führen nicht Krieg gegeneinander, sondern streben immer und überall nach Frieden. Solange es aber Menschen gibt, die durch ihre Sünden Gott den Krieg erklärt haben, wird es auf dieser Welt keinen bleibenden Frieden geben. Den ewigen, bleibenden Frieden wird Jesus, der Friedefürst, bei seiner Wiederkunft schaffen.

1 Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. 2  Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. 3 Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. 4 Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. 5 Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. (Offenbarung 21,1-5a)

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