Der Erste und der Letzte

So spricht der HERR, Israels König, sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste, ich bin der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott. (Jesaja 44,6)

Dieses Wort aus dem Buch Jesaja ist eine der klarsten Bezeugungen des Monotheismus. JHWH, der Gott Israels, beansprucht der einzige Gott zu sein. Wenn er sich als der Erste und der Letzte offenbart, heißt das, dass er vor allem ist und nach allem sein wird. Er ist die Ursache und das Ziel von allem. Er ist der Schöpfer. Es gibt kein Wesen, das sich nicht ihm verdankt.

Im Neuen Testament nimmt das Buch der Offenbarung Bezug darauf.

Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung. (Offenbarung 1,8)

Es ist kein wörtliches Zitat aus Jesaja. Gott nennt sich Alpha und Omega. Das sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Sinngemäß drücken diese Worte dasselbe aus, wie das Wort aus Jesaja 44. „Der ist und der war und der kommt“ besagt, dass Gott über der Zeit steht. Zeit ist eine Funktion der Materie. Er, der ewige und ursprungslose ist der Zeit nicht unterworfen, da diese ja von ihm geschaffen ist. Als Schöpfer steht es auch in seiner Macht, in die geschaffene Welt einzugreifen. Darum heißt es nicht „der sein wird“, sondern „der kommt“. Er wird kommen und die Welt richten.

Er sagte zu mir: Sie sind geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich unentgeltlich aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt. (Offenbarung 21,6)

Auch hier nennt sich Gott wieder Alpha und Omega. Statt Anfang und Ende könnte man auch übersetzen: der Ursprung und das Ziel. Die griechischen Wörter arché und telos enthalten auch diese Bedeutungen. Hier ist die Offenbarung Gottes mit der Verheißung des ewigen Lebens verbunden, das Gott allen schenken will, die mit ihrem Durst nach ewigem Leben zu ihm kommen.

12 Siehe, ich komme bald und mit mir bringe ich den Lohn und ich werde jedem geben, was seinem Werk entspricht. 13 Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. (Offenbarung 22,12-13)

Hier finden wir alle drei Bezeichnungen verbunden:

  • Alpha und Omega, wie in Offenbarung 1,8 und 21,6
  • der Erste und der Letzte, wie in Jesaja 44,6
  • der Anfang und das Ende (oder: der Ursprung und das Ziel), wie in Offenbarung 21,6.

Außerdem spricht er in Vers 12 von seinem Kommen.

Doch wer ist es, der hier spricht?

Im unmittelbaren Zusammenhang wird es nicht gesagt. In Vers 9 spricht der Engel, der die Huldigung durch Johannes zurückweist, und diesen auffordert, Gott anzubeten. In Vers 10, wo es heißt „Und er sagte zu mir“, hat man zuerst den Eindruck, dass weiterhin der Engel der Sprechende ist. Aber spätestens in Vers 12 ist offensichtlich, dass hier nicht mehr der Engel, der gerade die Huldigung abgelehnt hat, der Sprecher sein kann. In Vers 16 heißt es dann:

Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt als Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft. Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern.

Nach dem Engel ist Jesus der erste, der als Sprecher eingeführt wird. Das würde dafür sprechen, dass auch die Verse 12 und 13 aus dem Mund Jesu kommen. Auch die Worte „Ich komme bald“ in Vers 12 sprechen dafür, dass hier Jesus spricht. In Offenbarung 3,11 ist es eindeutig Jesus, der dieselben Worte spricht.

Offenbarung 1,17-18 rundet dieses Bild ab:

17 Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebendige. Ich war tot, doch siehe, ich lebe in alle Ewigkeit und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.

Hier geht es ganz eindeutig um Jesus. Er, der tot war und in alle Ewigkeit lebt, er ist der Erste und der Letzte.

Das heißt, dass Jesus sich als der Erste und der Letzte, das Alpha und das Omega, der Ursprung und das Ziel offenbart. Er beansprucht dieselbe göttliche Autorität und Vollmacht wie sein himmlischer Vater. Da es aber nicht zwei Götter geben kann, die zugleich der Erste und der Letzte sind, wie auch Jesaja 44,6 sagt, heißt das, dass der Vater und der Sohn in der einen und einzigen Gottheit verbunden sind. Darum verdient der Sohn dieselbe göttliche Anbetung wie der Vater.

Es liegt an uns, ihm durch ein Leben in Heiligkeit die Ehre zu geben, damit wir ihm bei seinem Kommen als unserem Heiland begegnen können.

Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer siegt, dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht. (Offenbarung 2,7)

Kommentare sind geschlossen.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: