Mitleid und Barmherzigkeit

Hierauf ließen Wir auf ihren Spuren Unsere Gesandten folgen; und Wir ließen ‚Isa, den Sohn Maryams, folgen und gaben ihm das Evangelium. Und Wir setzten in die Herzen derjenigen, die ihm folgten, Mitleid und Barmherzigkeit, […] (Sure 57,27a)

Dieser Vers aus dem Koran gibt ein schönes Zeugnis für das Wirken Gottes im Herzen der Christen. Auch wenn das offizielle Christentum sich im 7. Jahrhundert schon von Jesus entfernt hatte – im zweiten Teil des Verses steht etwas über das Mönchtum, das nicht von Gott kam, sondern „erfunden“ wurde -, war für den Autor des Korans das Wirken Gottes noch sichtbar.

Wenn jemand Jesus nachfolgt, wird er vom Wesen seines Herrn geprägt. Jesus war gütig und von Herzen demütig (Matthäus 11,29). In ihm begegnet uns Gott in seiner Liebe und seinem Erbarmen, wie es Zacharias, der Vater Johannes‘ des Täufers gesagt hat:

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe. (Lukas 1,78)

Er hat die Barmherzigkeit gelehrt:

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. (Matthäus 5,7)

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! (Lukas 6,36)

Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer! Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder. (Matthäus 9,13)

25 Und siehe, ein Gesetzeslehrer stand auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? 26 Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 27 Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst. 28 Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben! 29 Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? 30 Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. 31 Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber. 32 Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber. 33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid, 34 ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. 35 Und am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. 36 Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde? 37 Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso! (Lukas 10,25-37)

So haben es auch die Apostel gelehrt:

Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, wie auch Gott euch in Christus vergeben hat. (Epheser 4,32)

Endlich aber: Seid alle eines Sinnes, voll Mitgefühl und Liebe zueinander, seid barmherzig und demütig! (1 Petrus 3,8)

Auch wenn im Laufe der Geschichte das Christentum für viele zu einer leeren Tradition geworden ist und vielen „Christen“ die Beziehung zu Jesus fehlt, gibt es doch auch Menschen, die Jesus mit ihrem ganzen Leben nachfolgen. In ihrem Herzen wohnt die Barmherzigkeit Gottes und wird in ihrem Leben sichtbar.

Sollte es nicht auch Muslimen zu denken geben, wenn der Koran so eine Aussage über die Jünger Jesu macht, nicht aber über die Nachfolger Mohammeds?

In Sure 48,29 heißt es:

Muhammad ist Allahs Gesandter. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind den Ungläubigen gegenüber hart, zueinander aber barmherzig.

Den Christen jedoch wird aufgetragen:

Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. (Philipper 4,5)

14 Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht! […] 17 Vergeltet niemandem Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht! 18 Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden! (Römer 12,14.17-18)

Vergeltet Böses nicht mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung! Im Gegenteil: Segnet, denn dazu seid ihr berufen worden, dass ihr Segen erbt. (1 Petrus 3,9)

44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? 48 Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist! (Matthäus 5,44-48)

Weil Gottes Liebe in die Herzen seiner Kinder ausgegossen ist, bleiben diese Worte keine unerfüllbaren Forderungen. Seine Liebe verändert uns und befähigt uns, auch den Ungläubigen gegenüber barmherzig zu sein. Jesus kann, was Mohammed nicht konnte.

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