2 Wie lange noch, HERR, vergisst du mich ganz? Wie lange noch verbirgst du dein Angesicht vor mir? 3 Wie lange noch muss ich Sorgen tragen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen Tag für Tag? Wie lange noch darf mein Feind sich über mich erheben?
(Psalm 13,2-3)
Wenn der Beter in Psalm 13,2 Gott fragt, wie lange er noch sein Angesicht vor ihm verbirgt, heißt das, dass Gott tatsächlich sein Angesicht vor ihm verborgen hat?
Der Psalmist befindet sich in großer Not. Er ist voller Sorgen und Kummer, hat unter seinem Feind zu leiden. In dieser Not bittet er Gott um Hilfe:
4 Blick doch her, gib mir Antwort, HERR, mein Gott, erleuchte meine Augen, damit ich nicht im Tod entschlafe, 5 damit mein Feind nicht sagen kann: Ich habe ihn überwältigt, damit meine Gegner nicht jubeln, weil ich wanke! (Psalm 13,4-5)
Er bittet Gott um Antwort, um Rettung vor dem Tod.
Im Schlussvers dankt er Gott für seine Rettung:
Ich aber habe auf deine Güte vertraut, mein Herz soll über deine Hilfe jubeln. Singen will ich dem HERRN, weil er mir Gutes getan hat. (Psalm 13,6)
Gott hat sein Angesicht nicht vor ihm verborgen. In seiner schweren Notlage hat der Beter sich so gefühlt, als ob Gott ihn nicht sähe. Aber Gott war da und hat ihn gerettet.
Was für Psalm 13 gilt, gilt auch für Psalm 22, wo der Beter in Vers 2 ruft:
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bleibst fern meiner Rettung, den Worten meines Schreiens?
Auch in Psalm 22 wird später klar, dass Gott den Beter nicht verlassen hat:
Denn er hat nicht verachtet, nicht verabscheut des Elenden Elend. Er hat sein Angesicht nicht verborgen vor ihm; er hat gehört, als er zu ihm schrie. (Psalm 22,25)
So war auch Jesus, der am Kreuz den Beginn von Psalm 22 gerufen hat (Matthäus 27,46 // Markus 15,34). Gott hat seinen Sohn nicht verlassen, damit er uns dadurch erlösen kann. Gott war bei Jesus, wie er auch beim Beter von Psalm 13 war. Gott verlässt die Seinen nicht in ihren Nöten.
Darum vertrauen dir, die deinen Namen kennen, denn du, HERR, hast keinen, der dich sucht, je verlassen. (Psalm 9,11)
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