Biblische Namen im Koran

Der Koran erhebt den Anspruch, die früheren Schriften (Thora und Evangelium) zu bestätigen.

Er hat dir das Buch mit der Wahrheit offenbart, das zu bestätigen, was vor ihm (offenbart) war. Und Er hat (auch) die Thora und das Evangelium (als Offenbarung) herabgesandt. (Sure 3,3)

Daher ist nicht erstaunlich, dass viele Personen, von denen in der Bibel die Rede ist, auch im Koran vorkommen.

Da Muslime glauben, dass der Koran das ewige unveränderte Wort Gottes ist, gewinnen auch manche grundsätzlich eher unbedeutende Details an Wichtigkeit, wie etwa die koranische Namensform biblischer Gestalten.

Viele Namen lauten im Koran ähnlich wie in der Bibel, z. B.:

  • Adam (hebräisch: Adam / koranisch: Adam)
  • Isaak (Jitzchaq / Ishaq)
  • Jakob (Ja’aqob / Ja’qub)
  • Mose (Mošä / Musa)
  • Maria (griechisch: Maria(m) / koranisch: Mariam)

Bei einigen Namen gibt es zwar eine gewisse Ähnlichkeit, aber durch die Übertragung ins Arabische wird die ursprüngliche Bedeutung des Namens unsichtbar gemacht.

Abraham

In Genesis 17,5 erhält Abram von Gott einen neuen Namen:

1 Als Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien der HERR dem Abram und sprach zu ihm: Ich bin El-Schaddai. Geh vor mir und sei untadelig! 2 Ich will meinen Bund stiften zwischen mir und dir und ich werde dich über alle Maßen mehren. 3 Abram fiel nieder auf sein Angesicht. Und Gott redete mit ihm und sprach: 4 Ich bin es. Siehe, das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern. 5 Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham, Vater der Menge, wird dein Name sein; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt. (Genesis 17,1-5)

Abrams neuer Name Abraham war Ausdruck der göttlichen Verheißung, dass er Vater (hebräisch: Ab) einer Menge von Völkern werden sollte. Wenn Abraham im Koran „Ibrahim“ heißt, geht gerade diese Bedeutung seines Namens, dass er Stammvater vieler Völker sein wird, verloren. Möglicherweise lautete auch im Koran der Name ursprünglich Abraham und spätere „Gelehrte“, die die Vokalzeichen zum Konsonantentext hinzufügten, haben seinen Namen abgeändert, um die Besonderheit des Islams zu betonen. Dabei haben sie jedoch die symbolische Bedeutung des Namens zum Verschwinden gebracht. Vielleicht spielte auch die koranische Ablehnung des Gedankens der Vaterschaft eine Rolle dabei. Welchen Grund hätte Gott, den Namen, den er seinem Knecht Abraham gegeben hatte, in seinem endgültigen und unabänderlichen Wort abzuändern?

Elija

Wir finden im Alten Testament zwar keine Erklärung des Namens Elija, so wie es bei Abraham der Fall war. Doch ist sein Name ein sprechender Name, ein Bekenntnis zum Gott Israels:

Eli Jahu: Mein Gott ist Jahu (JHWH)

Im Koran heißt er Ilyās.

123 Auch Ilyās gehörte wahrlich zu den Gesandten. 124 Als er zu seinem Volk sagte: „Wollt ihr nicht gottesfürchtig sein? 125 Wie könnt ihr Baʿl anrufen und den besten Schöpfer verlassen, 126 Allah, euren Herrn und den Herrn eurer Vorväter?“ 127 Da bezichtigten sie ihn der Lüge. So werden sie bestimmt vorgeführt werden, 128 außer Allahs auserlesenen Dienern. 129 Und Wir ließen für ihn (den Ruf) unter den späteren (Geschlechtern lauten): 130 „Friede sei auf Ilyās!“ 131 Gewiß, so vergelten Wir den Gutes Tuenden. 132 Er gehört ja zu Unseren gläubigen Dienern. (Sure 37,123-132)

Die Bedeutung des Namens dieses großen Propheten, der in Kurzform seine Botschaft im Kampf gegen die Verehrung Baals ausdrückte, ist im Koran verschwunden. Wollte Gott nicht, dass das Bekenntnis zu seinem Namen in der koranischen Version vorkommt? Ist das das ewige Wort Gottes?

Johannes der Täufer

Der hebräische Name von Johannes ist Jehochanan oder Jochanan (JHWH ist gnädig). Dieser Name wurde im Alten Testament oft gegeben. Es gibt sechs Namensträger der Variante Jehochanan und acht Personen mit dem Namen Jochanan. Dieser Name war auch für den Vorläufer Jesu sehr passend, weil er den Menschen die Gnade Gottes nahebringen sollte.

13 Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. […] 16 Viele Kinder Israels wird er zum Herrn, ihrem Gott, hinwenden. 17 Er wird ihm mit dem Geist und mit der Kraft des Elija vorangehen, um die Herzen der Väter den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zu gerechter Gesinnung zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen. (Lukas 1,13.16-17)

76 Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. 77 Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung seiner Sünden. 78 Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, 79 um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. (Lukas 1,76-79)

Im Koran wird Johannes mit dem Namen „Yaḥyā“ genannt. Dieser Name mag lautlich etwas an Jochanan anklingen, hat aber eine völlig andere Bedeutung: „er wird leben“. Noch dazu wird in Sure 19,7 behauptet, dass er der Erste dieses Namens sein werde (mehr dazu in diesem Beitrag).

Der „vollkommene“ Koran gibt also Johannes dem Täufer einen falschen Namen und erhebt den unrichtigen Anspruch, dass er der Erste seines Namens war.

Jesus

Ἰησοῦς / Iēsous ist die griechische Form des hebräischen יְהוֹשֻׁעַ / Jehôšuaʿ (oder der Kurzform יֵשׁוּעַ / Ješuaʿ) mit der Bedeutung „JHWH ist Rettung“. Auch hier weist der Name auf die Bedeutung und den Auftrag des Namensträgers hin. Das hat ein Engel Josef im Traum auch so kundgetan:

20 Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. 21 Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. (Matthäus 1,20-21)

Durch Jesus schenkt Gott Rettung und Erlösung.

Die im Koran übliche Namensform weicht deutlich von seinem hebräischen Namen ab. Dort lautet sein Name ʿĪsā.

45 Als die Engel sagten: „O Maryam, Allah verkündet dir ein Wort von Ihm, dessen Name al-Masīḥ ʿĪsā, der Sohn Maryams ist, angesehen im Diesseits und Jenseits und einer der (Allah) Nahegestellten. (Sure 3,45)

An dieser Stelle hat der Autor dieser Sure nicht nur den Titel „Messias“ (al-Masīḥ) aufgrund der christlichen Praxis seiner Zeit als Namensbestandteil missverstanden. Er hat auch den Namen Jesus sehr deutlich manipuliert. Die Bedeutung seines Namens wurde unsichtbar gemacht. Bei einer Übertragung in eine andere semitische Sprache wäre es durchaus möglich gewesen, die Namensbedeutung sichtbar zu erhalten. Im Koran wurden die Konsonanten des Namens umgedreht. Der Buchstabe Ajin, der in Jehôšuaʿ am Schluss des Namens steht, wurde an den Anfang gesetzt. Somit nähert sich das Konsonantengerüst des Namens ʿĪsā dem des Namens Esau (עֵשָֽׂו / ʿēsāw) an. Ob das intendiert war, muss offenbleiben.

Sicher ist aber, dass der ewige Gott den aussagekräftigen Namen seines Sohnes nicht entstellt hätte.

Somit weisen auch die im Koran abgeänderten Namen deutlich darauf hin, dass der Koran nicht das unabänderliche und irrtumslose Wort des Allmächtigen ist, sondern fehlerhaftes Menschenwerk.

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