17 Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. 18 Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen. (Johannes 10,17-18)
Jesus hat diese Worte gesprochen, als er von sich als dem guten Hirten geredet hat. Im Gegensatz zum „Mietling“ gibt der gute Hirt sein Leben für die Schafe.
11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. 12 Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht, 13 weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. 14 Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, 15 wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. (Johannes 10,11-15)
Ein guter Hirt stirbt nicht zwangsläufig. Die meisten Hirten sterben nicht in Ausübung ihres Berufs. Nur wenn ein Raubtier kommt, um die Schafe anzugreifen, ist es die Aufgabe des Hirten, seine Schafe zu verteidigen. Der gute Hirt kämpft unter Einsatz seines Lebens für die Schafe.
Was im normalen Leben selten ist, auch weil ein Menschenleben mehr wert ist als das eines Schafes, hat Jesus für seine Schafe getan. Die Schafe Jesu sind die von ihm geliebten Menschen, die Seinen, die ihm folgen und ihm ihr Leben anvertraut haben. Er ist nicht nur für sie gestorben, sondern für alle Menschen.
Und er selbst ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. (1 Johannes 2,2 – Luther 2017)
Doch den Schutz des Hirten erfahren nur diejenigen, die sich seinem Schutz anvertrauen.
Als Jesus sein Leben hingegeben hat, hat er es nicht als Selbstmörder getan, sondern in der Hingabe für die Menschen hat er die Bosheit seiner Feinde zugelassen.
Wenn Jesus in Vers 18 sagt, dass ihm niemand das Leben entreißt, so drückt er dadurch aus, dass er zur Hingabe seines Lebens bereit war. Er hat sein Leben aus freiem Willen gegeben. Ohne seine Hingabebereitschaft hätten die Feinde keine Macht über ihn gehabt. Das macht die Bosheit und Schuld seiner Feinde nicht geringer. Sie waren für ihre Taten voll verantwortlich. Doch Gott hat ihre Bosheit zum Guten gewandt. So war der Tod Jesu einerseits ein Justizmord, der von bösen Menschen bewusst angestrebt worden ist, andererseits aber auch die liebevolle Hingabe des einzigen sündlosen Menschen, der die Bosheit durch seine Liebe und Güte besiegt hat.
Jesus hatte nicht nur die Macht, sein Leben hinzugeben, sondern auch, es wieder zu nehmen. Das unterscheidet Jesus von allen anderen Menschen. Wir werden nur deshalb auferstehen, weil Gott uns auferweckt. Wir selber haben das nicht in unserer Hand. Jesus hatte die Vollmacht, sein Leben wieder zu nehmen. Diese Vollmacht war nicht in seinem Menschsein begründet, sondern in seiner göttlichen Natur. Ein toter Mensch kann sich das Leben nicht wieder holen. So weist diese Macht, das Leben wieder zu nehmen, auf Jesu Gottheit hin. Die Auferstehung Jesu war das Werk des dreieinen Gottes. Der Vater hat ihn auferweckt. Als ewiger Sohn des Vaters hatte er die Macht, sich das Leben wieder zu nehmen. Die Auferstehung Jesu ist auch das Werk des Heiligen Geistes:
[…] der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, […] (Römer 1,4a)
Der Gott des Lebens hat in der Auferstehung Jesu Christi den Tod besiegt. Jeder, der an ihn glaubt und ihm nachfolgt, hat das ewige Leben.
25 Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, 26 und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? (Johannes 11,25-26)
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