2 Wenn ihr in den Kampf zieht, soll der Priester vortreten, dem Kriegsvolk eine Ansprache halten 3 und zu ihnen sagen:
Höre, Israel! Ihr zieht heute in den Kampf gegen eure Feinde. Verliert nicht den Mut! Fürchtet euch nicht, geratet nicht durcheinander und weicht nicht erschreckt zurück, wenn sie angreifen. 4 Denn der HERR, euer Gott, zieht mit euch, um für euch gegen eure Feinde zu kämpfen und euch zu retten.
5 Dann sollen die Listenführer zum Kriegsvolk sagen:
Ist unter euch einer, der ein neues Haus gebaut und noch nicht eingeweiht hat? Er trete weg und kehre zu seinem Haus zurück, damit er nicht im Kampfe fällt und ein anderer es einweiht.
6 Ist unter euch einer, der einen Weinberg angelegt und noch nicht die erste Lese gehalten hat? Er trete weg und kehre nach Hause zurück, damit er nicht im Kampfe fällt und ein anderer die erste Lese hält.
7 Ist unter euch einer, der sich mit einer Frau verlobt und sie noch nicht geheiratet hat? Er trete weg und kehre nach Hause zurück, damit er nicht im Kampfe fällt und ein anderer seine Frau heiratet.
8 Außerdem sollen die Listenführer zum Kriegsvolk sagen:
Ist unter euch einer, der sich fürchtet und keinen Mut hat? Er trete weg und kehre nach Hause zurück, damit er nicht auch noch seinen Brüdern das Herz zerschmilzt.
(Deuteronomium 20,2-8)
Dieser Text ist Jahrtausende alt. Die Datierung schwankt – je nach theologischem Standpunkt – zwischen dem 15. und dem frühen 6. vorchristlichen Jahrhundert. Er ist auf jeden Fall weit über 2000 Jahre alt. Und doch sind wir derzeit noch weit vom ethischen Niveau dieser Zeilen entfernt.
Auch damals waren Kriege grausam und brutal. Man mag die Aufforderung zum Krieg in den Versen 3-4 kritisch sehen. Aber niemand wurde zum Krieg gezwungen. Wer ein Haus gebaut hatte, einen Weinberg angelegt hatte, sich mit einer Frau verlobt hatte, war vom Kriegsdienst befreit. Auch wer einfach nur Angst hatte, brauchte nicht in den Krieg ziehen.
Soweit sind wir heute nicht. Im Notfall werden Rekruten wie Tiere gejagt und eingezogen, damit sie als Kanonenfutter an der Front sterben (siehe dieses Video vom welt Nachrichtensender). Wenn sich manche unserer heutigen Politiker mit ihrer Kriegsrhetorik durchsetzen, kann es gut sein, dass es in absehbarer Zeit solche Szenen nicht nur in der Ukraine, sondern auch im derzeit noch friedlichen Mitteleuropa gibt.
Damit es nicht soweit kommt, sind alle Menschen, denen der Friede etwas bedeutet, herausgerufen, der Kriegsrhetorik mancher Politiker ein deutliches Nein entgegenzusetzen.
Friede ist freilich viel mehr als die Abwesenheit von Krieg. Um dauerhaften Frieden zu haben, brauchen wir Frieden mit Gott. Den finden wir bei Jesus, dem Friedensfürsten (vergleiche Jesaja 9,5).
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
(Matthäus 5,9)
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