Ein persönlicher Zugang zum Thema „Krieg“

Heute vor 83 Jahren, am 18. April 1943, starb mein Onkel Anton im Alter von nicht einmal neunzehn Jahren an der Ostfront in der Nähe des heutigen Donezk (damals Stalino) den „Heldentod“. Aufgrund einer schweren  Verletzung am rechten Oberschenkel starb er am Weg ins Feldlazarett. Er war nur einer von Millionen Toten, den dieser schreckliche Krieg gefordert hat. Weniger als ein Jahr später, am 7. Jänner 1944, starb sein Bruder Leopold ebenfalls in der Ukraine in einem ähnlichen Alter.

Der Tod für ein hochgradig verbrecherisches Regime wurde zum „Heldentod“ verklärt.

„Pflichterfüllung bis zum Letzten. Dies war der Sinn Deines Lebens.“
„Die Wunde ist dein Stern der Ehre,
Dein Paß am Tor der Ewigkeit …“

Diese „frommen“ Lügen wurden auf die Sterbebilder gedruckt, um den verzweifelten trauernden Eltern irgendeinen Trost zu bieten. Gott hat ihnen das Leben nicht geschenkt, um Kanonenfutter für ein verbrecherisches Regime zu sein. Das war nicht der Sinn ihres Lebens.

„So mußten diese 2 braven Buben jeder im 19. Lebensjahr ihr junges Leben lassen, wegen dieses wahnsinnigen „Führers“!“ schrieb ihr Vater Jahrzehnte später in seinen Erinnerungen.

Ich habe diese beiden Burschen, die beide vor über hundert Jahren geboren sind, natürlich nicht persönlich kennengelernt. Ich weiß auch fast nichts über ihr Leben. Ich trage den Namen des Älteren als meinen zweiten Vornamen. Vielleicht fühle ich mich auch dadurch etwas mit ihm verbunden.

Es macht mich traurig zu sehen, wie diese Kriegstreiber alle Menschen verabscheut haben, nicht nur die durch ihre Ideologie zu „Untermenschen“ erklärten „Feinde“, an denen sie schrecklichste Verbrechen begangen haben, auch die jungen Männer des eigenen Volkes, die sie in den sinnlosen Tod geschickt haben. Die nationalsozialistische Ideologie verachtete das Leben aller Menschen. Die Ablehnung Gottes führte zur Missachtung seiner in seinem Bilde geschaffenen Geschöpfe (Vergleiche Genesis 1,27)

Bewegen wir uns wieder in diese Richtung? Die Ideologie der derzeitigen Regierungen unterscheidet sich natürlich grundlegend vom nationalsozialistischen Rassismus. Doch wenn ein deutscher Minister „Kriegstüchtigkeit“ (nicht „Verteidigungstüchtigkeit“) einfordert und ein deutscher Bundeskanzler die deutsche Bundeswehr zur größten konventionellen Armee Europas ausbauen will, weist das in keine gute Richtung. Da die derzeitige österreichische Regierung die verfassungsmäßig verankerte Neutralität eher miss- als beachtet, ist stark zu befürchten, dass auch österreichische junge Männer wieder leichtfertig in den Tod geschickt werden (EU-Beistandsverpflichtung laut Artikel 42 (7) des Vertrags über die Europäische Union).

Es soll auch darauf hingewiesen werden, dass unseren Regierungen nichts am Schutz des Lebens der ungeborenen Menschen liegt (z. B. hier). Warum soll ihnen dann das Leben geborener Menschen so viel wert sein?

Während des zweiten Weltkriegs gab es vereinzelt Menschen, die aufgestanden sind und sich geweigert haben, für die Verbrecher in den Krieg zu ziehen. Diese wahren Helden sind dann nicht an der Front, sondern in Hinrichtungsräumen gestorben. Sie haben ihr Leben für die Gerechtigkeit und nicht für einen Verbrecher hingegeben.

Damit es nicht so weit kommt, ist es notwendig, den Forderern der „Kriegstüchtigkeit“ und den Förderern der Waffenindustrie klar zu machen, dass Menschen in großer Zahl nicht bereit sind, den von den Regierungen geforderten Weg des Todes zu gehen. Unser Leben ist uns von Gott geschenkt, nicht von der Regierung. Daher hat keine Regierung das Recht, ihren Bürgern das Leben zu nehmen, um es als Kanonenfutter zu verwenden.


In diesem Beitrag geht es nicht wie sonst um Glaubensfragen oder das Verständnis von Bibelstellen. Aber Gläubige tragen auch Verantwortung für das, was in dieser Welt passiert. Damit so etwas wie vor über 80 Jahren nicht mehr passiert, gilt es wachsam zu sein.

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. (Matthäus 5,9)

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