HERR, höre mein Bittgebet, vernimm doch mein Flehen, in deiner Treue antworte mir, in deiner Gerechtigkeit! (Psalm 143,1)
Der Beter von Psalm 143 befindet sich in großer Not. Vom Feind verfolgt (Vers 3) schwindet sein Lebensgeist (Vers 4). Er sieht seinen Lebensgeist schon am Erlöschen, sieht sich am Rande der Grube, in Lebensgefahr (Vers 7).
In dieser Situation appelliert er an Gottes Gerechtigkeit. Gott in seiner Gerechtigkeit möge ihm doch antworten. Der Beter ist zuversichtlich, dass Gott in seiner Gerechtigkeit ihn aus der Drangsal seiner Seele herausführen wird.
Um deines Namens willen, HERR, wirst du mich am Leben erhalten, wirst du mich herausführen in deiner Gerechtigkeit aus der Drangsal meiner Seele. (Psalm 143,11)
War sich der Psalmist seiner eigenen Gerechtigkeit bewusst, dass er so auf Gottes Gerechtigkeit vertrauen konnte? War er so gut, heilig und vollkommen, dass Gott gar nicht anders konnte, als ihn zu retten?
Nein. Er trat vor Gott einerseits als sein Knecht (Vers 12). Aber er tat es im Bewusstsein seiner eigenen Ungerechtigkeit.
Geh mit deinem Knecht nicht ins Gericht; denn keiner, der lebt, ist gerecht vor dir! (Psalm 143,2)
Der Psalmist weiß, dass er aus seiner eigenen Gerechtigkeit vor Gott nicht bestehen könnte. Aber er weiß auch, dass Gottes Gerechtigkeit nicht nur darin besteht, dass er Sündern die gerechte Strafe zukommen lässt.
Weil Gott gerecht ist, hört er auf alle, die sich ihm mit einem aufrichtigen Herzen nahen. Er sieht das Elend und die Not der Menschen. In seiner Gerechtigkeit erbarmt er sich über Sünder. Gottes Gerechtigkeit besteht nicht darin, dass Sünde auf jeden Fall bestraft werden muss. Gottes Gerechtigkeit besteht auch in seiner Barmherzigkeit.
Nahe ist der HERR den zerbrochenen Herzen und dem zerschlagenen Geist bringt er Hilfe. (Psalm 34,19)
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