Wir lächeln manchen Menschen ins Gesicht, obwohl unser Herz sie verflucht.
(Abu Ad-Darda)
Der unter Muslimen als Autorität geltende mittelalterliche Korankommentator Ibn Kathir zitierte diesen Spruch eines Gefährten Mohammeds im Rahmen seiner Erklärung von Sure 3,28. Der Text dieses Verses lautet:
Die Gläubigen sollen nicht die Ungläubigen anstatt der Gläubigen zu Schutzherren nehmen. Wer das tut, hat überhaupt nichts mit Allah (gemeinsam) –, es sei denn, daß ihr euch (durch dieses Verhalten) vor ihnen wirklich schützt. Allah mahnt euch zur Vorsicht vor Sich selbst. Und zu Allah ist der Ausgang.
Andere Übersetzungen geben das von Bubenheim & Elyas mit „Schutzherren“ übersetzte Wort mit „Freunde“ wieder:
Die Gläubigen sollen sich nicht die Ungläubigen anstelle der Gläubigen zu Freunden nehmen. […] (Khoury)
Im zweiten Teil des Verses wird aber gestattet, sich Ungläubige zu Freunden oder Schutzherren zu nehmen, um sich dadurch vor ihnen zu schützen. Das heißt, dass sie nicht wirklich zu Freunden oder Schutzherren werden, sondern dass diese Beziehung nur vorgetäuscht wird.
Ibn Kathir verweist in seinem Kommentar auf weitere ähnliche Formulierungen im Koran:
O die ihr glaubt, nehmt nicht Meine Feinde und eure Feinde zu Schutzherren, indem ihr ihnen Zuneigung entgegenbringt, wo sie doch das verleugnen, was von der Wahrheit zu euch gekommen ist, und den Gesandten und euch selbst vertreiben, weil ihr an Allah, euren Herrn, glaubt. (Nehmt sie nicht zu Schutzherren), wenn ihr wirklich ausgezogen seid zum Abmühen auf Meinem Weg und im Trachten nach Meiner Zufriedenheit. (Tut das nicht, indem) ihr ihnen heimlich Zuneigung zeigt, wo Ich doch besser weiß, was ihr verbergt und was ihr offenlegt. Und wer von euch das tut, der ist fürwahr vom rechten Weg abgeirrt. (Sure 60,1)
O die ihr glaubt, nehmt nicht die Ungläubigen anstatt der Gläubigen zu Schutzherren! Wollt ihr denn Allah eine offenkundige Handhabe gegen euch liefern? (Sure 4,144)
O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu Schutzherren! Sie sind einer des anderen Schutzherren. Und wer von euch sie zu Schutzherren nimmt, der gehört zu ihnen. Gewiß, Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht. (Sure 5,51)
Als Verstehenshilfe zu Sure 3,28 zitierte Ibn Kathir dann die oben angeführten Worte von Abu Ad-Darda.
Es ist durchaus verständlich, wenn Muslime, um sich in ihrer Glaubensüberzeugung „rein“ zu halten, Kontakte mit Un- oder Andersgläubigen meiden.
Die Worte von Abu Ad-Darda gehen aber über das hinaus. Nach ihm ist es für Muslime angebracht, eine freundschaftliche oder unterwürfige Gesinnung vorzutäuschen. Man darf Un- oder Andersgläubigen ins Gesicht lächeln, sie in seinem Herzen aber verfluchen.
Sagt einem nicht das Gewissen, dass ein derartiges Verhalten falsch ist? Wie kann es dann gottgefällig sein?
Die Worte der Propheten sind klar:
Der Prophet Jeremia klagte:
7 Ein tödlicher Pfeil ist ihre Zunge, Betrug redet sie. Mit seinem Mund sagt man Friede zum Nächsten, doch mit seinem Inneren legt man ihm den Hinterhalt. 8 Sollte ich sie dafür nicht heimsuchen – Spruch des HERRN – und an einem solchen Volk nicht Vergeltung üben? (Jeremia 9,7-8)
Die Psalmen beschreiben die Übeltäter:
Glatt wie Butter waren seine Reden, doch in seinem Herzen sann er auf Streit, linder als Öl waren seine Worte und waren doch gezückte Schwerter. (Psalm 55,22)
Ja, sie planen, ihn von seiner Höhe zu stürzen; Lügen ist ihre Lust. Mit dem Mund segnen sie, in ihrem Inneren aber verfluchen sie. (Psalm 62,5)
Jesus hat uns dazu aufgefordert, sogar unsere Feinde zu segen.
27 Euch aber, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen! 28 Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen! (Lukas 6,27-28)
Da stellt sich die Frage, ob wir andere (offen oder nur im Herzen) verfluchen sollen, gar nicht mehr.
Etwa 600 Jahre nach dem Kommen Jesu, der uns gelehrt hat, zu lieben und zu segnen, nicht aber zu hassen und zu verfluchen, kam eine neue Religion, die im Gegensatz dazu lehrt, dass es in Ordnung ist, andere im Herzen zu verfluchen und ihnen gleichzeitig heuchlerisch ins Gesicht zu lächeln. Kann diese Religion wirklich von Gott sein?
Folgen wir besser dem Beispiel des Herrn Jesus, der seine Worte nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt hat!
21 Dazu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt. 22 Er hat keine Sünde begangen und in seinem Mund war keine Falschheit. 23 Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht; als er litt, drohte er nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter. (1 Petrus 2,21-23)
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