Sind Christen „Beigeseller“?

Fürwahr, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Gewiß, Allah ist al-Masīḥ, der Sohn Maryams“, wo doch al-Masīḥ (selbst) gesagt hat: „O Kinder Isrāʾīls, dient Allah, meinem Herrn und eurem Herrn!“ Wer Allah (etwas) beigesellt, dem verbietet fürwahr Allah das Paradies, und dessen Zufluchtsort wird das (Höllen)feuer sein. Die Ungerechten werden keine Helfer haben. (Sure 5,72)

Der Anfang dieses Verses wiederholt das bereits in Sure 5,17 Gesagte. Mehr dazu in einem eigenen Beitrag.

Das darauffolgende Jesus in den Mund gelegte Wort findet sich in dieser Form nicht im Evangelium. Es ist aber korrekt, dass Jesus nur die Verehrung des einzigen und wahren Gottes wollte. Damit wusste er sich in Einheit mit den Kindern Israels, die zu seiner Zeit keine Götzendiener im eigentlichen Sinn waren. Er musste sie daher nicht dazu auffordern, nur den einen Gott zu verehren und diesem einen Gott keine Götter zur Seite zu stellen. Der Glaube an einen einzigen Gott, der die Frucht einer langen und schmerzvollen Geschichte Gottes mit seinem Volk war, war unter den Juden unbestritten. Darum brauchte ihnen Jesus das nicht mehr einzuschärfen.

Die Festigung des Monotheismus im Volk Israel war sogar eine Voraussetzung für das Kommen Jesu. Der von Jesus erhobene Anspruch auf göttliche Verehrung (siehe dazu diesen Beitrag) war nur möglich, wenn klar war, dass es nur einen einzigen Gott gibt.

Jesus hat nicht den Anspruch erhoben, ein zweiter Gott neben dem Vater zu sein, sondern dass er mit seinem Vater an dem einen unteilbaren göttlichen Wesen teilhat.

Ich und der Vater sind eins. (Johannes 10,30)

[…] damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat. (Johannes 5,23)

Die Verehrung des Vaters und die Verehrung des Sohnes ist die Verehrung desselben Gottes. Durch die Verehrung Jesu wird Gott kein Partner zur Seite gestellt. Das ewige Wort des einen und einzigen Gottes ist in Jesus Christus als Mensch zu uns gekommen, hat dadurch aber nicht aufgehört, göttlich zu sein. Jesus, das Wort Gottes, ist daher der Anbetung würdig. Wer Jesus zurückweist, weist dadurch Gott zurück.

Nicht die sind ungläubig, die Jesus glauben und ihm daher die göttliche Ehre geben, die ihm zukommt. Sondern die sind ungläubig, die sich dem Wort Jesu und damit auch dem Wort Gottes verschließen.

27 Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! (Johannes 20,27-28)

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑