Warum hat Jesus vor Herodes geschwiegen?

Er stellte ihm viele Fragen, doch Jesus gab ihm keine Antwort.
(Lukas 23,9)

Nachdem Pilatus erfahren hatte, dass Jesus aus Galiläa war, sandte er ihn zu Herodes Antipas, dem Herrscher über Galiläa, der anlässlich des Paschafestes ebenfalls in Jerusalem war.

8 Herodes freute sich sehr, als er Jesus sah; schon lange hatte er sich gewünscht, ihn zu sehen, denn er hatte von ihm gehört. Nun hoffte er, ein von ihm gewirktes Zeichen zu sehen. 9 Er stellte ihm viele Fragen, doch Jesus gab ihm keine Antwort. (Lukas 23,8-9)

Johannes der Täufer hatte sich, als er vom selben Herrscher gefangen genommen worden war, anders verhalten.

17 Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. 18 Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zur Frau zu haben. 19 Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte es aber nicht durchsetzen, 20 denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Wenn er ihm zuhörte, geriet er in große Verlegenheit und doch hörte er ihm gern zu. (Markus 6,17-20)

Der Schlussteil von Vers 20 setzt voraus, dass Johannes vor Herodes nicht geschwiegen hat. Er hat gesprochen, hat den Tetrarchen sogar in große Verlegenheit gebracht. Doch von seiner Sünde ist Herodes nicht umgekehrt.

Schließlich hat er Johannes sogar hinrichten lassen, auch wenn es nicht auf seine eigene Initiative hin geschah.

21 Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein. 22 Da kam die Tochter der Herodias und tanzte und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, dass der König zu dem Mädchen sagte: Verlange von mir, was du willst; ich werde es dir geben. 23 Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre. 24 Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich verlangen? Herodias antwortete: Den Kopf Johannes des Täufers. 25 Da lief das Mädchen zum König hinein und verlangte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf Johannes des Täufers bringen lässt. 26 Da wurde der König sehr traurig, aber wegen der Eide und der Gäste wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. 27 Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. 28 Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen und das Mädchen gab ihn seiner Mutter. (Markus 6,21-28)

Ich nehme an, dass gerade das der Grund war, warum Jesus Herodes Antipas gegenüber geschwiegen hat. Er hatte von Johannes den Ruf Gottes gehört, hat ihn aber abgelehnt und ist sogar zum Prophetenmörder geworden. Da gab es für Jesus nichts mehr zu sagen. Schon gar nicht wollte er die Neugier und Sensationslust des Herrschers befriedigen, der ein Wunder sehen wollte.

Jesus wollte nicht durch Anbiederung an einen Bösewicht sein irdisches Leben retten. Er ist seiner Sendung bis zum Tod treu geblieben.

8 Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. (Philipper 2,8-11)

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